Konzert

A short WEEK-END is better than no WEEK-END at all

Ganz ohne WEEK-END bleibt auch das Jahr 2018 nicht. Zwar wäre es nicht richtig, die achte Ausgabe auszurufen - diese haben wir aus schmerzvollen Gründen aufgeschoben und hoffen 2019 Neuigkeiten präsentieren zu können -, aber mit einer verkürzten Ausgabe, einer WEEK-END 7 ½ sozusagen, wollen wir unserem Anspruch doch nachkommen. Mit einem sonischen Fokus auf verträumte Atmosphären und sinistre, düstere Töne konzentriert sich das Konzept des WEEK-ENDs auf einen Tag, respektive Nacht.

Das WEEK-END lebt nicht vom Format alleine, sondern von seiner Idee, dass man in Köln in einem größeren Rahmen die Erneuer*innen der Popmusik darbieten kann. Und wir wollten uns auch beweisen, dass dafür ein Publikum da ist. Das war über die letzten Jahre eine tolle Erfahrung und nach der Absage haben wir enormen Zuspruch aus der Stadt erhalten – von Gästen, Fans und unseren Freunden.
Nun wollen wir etwas zurückgeben und entwickeln uns dafür konsequent weiter, denn WEEK-END heißt auch sich selbst erneuern wollen: in neuer Location, inhaltlich einen fokussierten Bogen spannend und gleichzeitig überraschend und zeitlich dichter. Ein kurzes Wochenende ist nun mal besser als gar keins.

Line up
• Pan Daijing (China)
• Stella Chiweshe (Zimbabwe)
• Kate NV (Russia)
• Khalab (Italy)
• Nosedrip (Belgien)
plus Dublab DJs

Khalab (live) (Italien)
https://djkhalab.bandcamp.com/

Hinter dem Pseudonym Khalab verbirgt sich der Italiener Raffaele Costantino. Aus seiner Partyreihe Afrodisia, die in Rom für Aufsehen sorgte, da sie afrikanische Künstler*innen im Partykontext präsentierte, entstand ein Sound, den er mit seinem Kumpel Clap! Clap! teilt: abstrakte, tribalistische Bass-Musik, die sich selbst sowohl in London, als auch in Lagos verortet. Zusammen haben die beiden italienischen DJs und Produzenten ein Zuhause in Bristol und in der englischen Hauptstadt gefunden. Dort haben sich die beiden Labels Black Acre und On The Corner niedergelassen, die den neuen Trend um synthetische Global-Music mitgeprägt haben. Diese Label- und Sound-Einflüsse werden auf dem Debüt-Album von Khalab offensichtlich und konkret wie nie: Auf Black Noise 2084 featuren nicht nur Bass-Musik-Kollegen, sondern mit Moses Boyd und Shabaka Hutchings auch gleich zwei der neuen Stars der derzeit explodierenden Londoner Jazz-Szene.

Pan Daijing (China)
https://pan-daijing.bandcamp.com/

Wie kaum ein*e andere*r Künstler*in scheint die chinesische Musikerin Pan Daijing verinnerlicht zu haben, dass wenig Essenzielles abseits von Krach passiert. Auf nunmehr 3 EPs und einem Album (Lack, 2017) lotet die Wahl-Berlinerin die Grenze zwischen Musik und Noise aus. Manchmal reißt dies mit und verleitet zum Tanz, an anderer Stelle verstören die Klangexperimente – körperliche Erfahrung inbegriffen. Die Industrial-, Techno- und Noisetracks „scheitern“ dennoch beim Versuch, kaum mehr zu sein als Krach: Die aufgeschichteten und geloopten Störgeräusche werden recht schnell zu sublimen und wunderschönen Klanglandschaften, in denen man sich schneller verirrt, als einem lieb sein kann. Wesentliches und Bedeutendes muss man hier gottseidank nicht lange suchen.

Stella Chiweshe (Simbabwe)
http://glitterbeat.com/artists/stella-chiweshe/

Stella Chiweshe wird gemeinhin auch als „Königin der Mbira“ bezeichnet. Das Lamellophon, das hierzulande auch unter seinem karibischen Namen Kalimba bekannt ist, ist das Heiminstrument der 1941 geborenen Musikerin vom simbabwischen Stamm der Shona. Dafür (und ihren „Monarchistinnenstatus“) musste sie kämpfen wie kaum eine andere: Das Instrument ist Männern vorbehalten und Frauen normalerweise untersagt in ihrer Kultur. Außerdem verboten die Engländer während des Unabhängigkeitskrieges Rhodesiens die kulturellen Äußerungen der Shona. Doch glücklicherweise konnte sich Chiweshe gegen alle Widerstände behaupten und beglückt seit den Achtzigern weltweit Hörer*innen mit ihren Kompositionen zwischen Ritual und Folklore. Selbst wenn man keine spirituelle Ader hat, wissen die Stücke zu verzaubern – schnell wird man in ihren Bann gezogen. Eine seltene Möglichkeit, eine Legende zu erleben.

Kate NV (Russland)
https://igetrvng.com/artists/kate-nv/

Die aktuelle russische Musikszene ist bis dato leider international unbeachtet geblieben. Nur wenige Künstler*innen können ein Medienecho hervorrufen und eine Fangemeinde um sich sammeln. Die Moskoviterin Kate Shilonosova hat dies dennoch mittlerweile geschafft. Als Kate NV hat sie nun zwei erschreckend aufregende Platten veröffentlicht. Ihr Debüt Binasu (2016) sorgte für einigen Aufruhr – eine frische, aufgeweckte Mischung aus gepflegtem Achtziger-Pop zwischen Kate Bush und J-Funk wirkt direkt stimmungsaufhellend. Ihr Zweitling для FOR, der dieses Jahr erschien, setzt dort an, wo Binasu aufhört. So wunderbar der Erstling war, so experimentell und gleichzeitig mitreißend klingt der Neuankömmling. So entstehen Soundbilder, die einerseits an die japanische Komponistin Midori Takada erinnern und gleichzeitig Futuristik und Impressionismus zusammenbringen.

Nosedrip (DJ) (Belgien)
https://www.residentadvisor.net/dj/nosedrip

Ostende hat seit einigen Jahren, neben dem Hafen, noch ein weiteres Aushängeschild: Stroom. Hinter der ehemaligen Internetplattform, die mittlerweile zum Plattenlabel wurde, steckt Ziggy Devriendt aka Nosedrip. Mit legendären Sets und Radioshows (u.A. für NTS und Red Light Radio) hat sich Nosedrip nicht nur einen Namen machen können, sondern gleich eine ganze Szene beeinflusst. Ohne Furcht verbindet er Fake-Hip-Hop, Wave, Industrial, Italo, (Post-)Punk, Ambient und und und. So ist nach und nach eine Klangwelt entstanden, die irgendwo zwischen leftfield, abseitig, eerie und haunted liegt. „Mit einem Lächeln die Menschen zu Grabe tragen“, nennt er dies selbst und realisiert dies nicht nur in seinen DJ-Sets, sondern eben auch auf dem eigenen Label, das Absurditäten von früher und heute frivol vermengt und veröffentlicht. Tanzvergnügen und intellektueller Genuss liegen selten näher beieinander.

Fr, 07.12.2018
Konzert

#advancedpop, #experimental #africantraditional #cosmicdisco

Konzertsaal
Beginn 20:00

15 € Vorverkauf Bitte beachten: im Vorverkauf können je nach Anbieter Gebühren anfallen. 18 € Abendkasse

Tickets bestellen Tickets auch hier erhältlich

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