Konzert

Gerd Dudek © Schorle

Gerd Dudek Quartett feat. Manfred Schoof & Paul Heller

Gerd Dudek, 80

In Zeiten, in denen die Produktivität und das kreative Potential fast nur noch am Produkt Tonträger (insbesondere an denen unter eigenem Namen) gemessen wird, mag er wie ein Künstler aus längst vergangenen Zeiten erscheinen. Indes, Gerd Dudek kann damit leben: Der Saxophonist ist seit Dekaden präsent, und das heißt für einen Jazzmusiker zunächst einmal: auf den Bühnen. Obendrein: An Platten, an denen er beteiligt ist, mangelt es wahrlich nicht, hinzukommen unzählige Rundfunk-Aufnahmen der ARD. Die deutsche Jazz-Geschichte wäre und ist ohne ihn nicht denkbar.

Dudek, dessen erste Berufsjahre vor allem durch die Big Bands des SFB und Kurt Edelhagens bestimmt waren, bewegt sich außerhalb des orchestralen Korsetts stets im Spannungsfeld zwischen modaler Spielweise und Free Jazz. Ein nonverbaler Geschichtenerzähler par excellence, der seine Einflüsse elegant in sein Spiel integriert: Stan Getz, vor allem John Coltrane, aber auch ein Albert Ayler. Der musikalische Gestus war und ist zugleich eine Haltung, die auch die Organisationsform mitbestimmt: Zwar laufen die meisten von Dudeks Aktivitäten eben nicht unter seinem Namen. Aber fast alle Formationen verstehen sich, ob musikalisch frei oder nicht, ob mit oder ohne nominellen Leader, als Kollektiv - sei es das frühe Manfred Schoof Quintett, das Globe Unity Orchestra, Gruppen um Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner und Peter Brötzmann, das European Jazz Ensemble, Third Eye und viele andere mehr. So sehr man ihn als Solisten allerersten Ranges erlebt: Dudek ist ein „team player“, eine künstlerische Autorität, befreit vom Drang und Zwang notorischer Selbstdarstellung. Selbst, wenn er am vorderen Bühnenrand steht, steht er nie im Vordergrund.

Sieht man den äußerlich so junggebliebenen Mann den Raum betreten, auf seine stets freundliche und zurückhaltende Art – man mag kaum glauben, dass er mittlerweile achtzig ist. Und dieser Eindruck setzt sich fort, wenn er zu spielen beginnt. Viele Gründe, ihn zu feiern. Mit einem weiteren Urgestein Kölner, deutscher und europäischer Jazz-Historie, dem Trompeter Manfred Schoof, mit langjährigen Band-Kollegen aus der Domstadt wie Martin Sasse, Martin Gjakonovski und Hendrik Smock (jener Besetzung, die auch Gerds Album „Out Of This World“ eingespielt hat). Und mit Ihnen, verehrtes Publikum, das den Jubilar seit vielen Jahren hörend feiert und schon immer wusste, was es an Gerd Dudek hatte. Und weiterhin hat.

So, 07.04.2019
Konzert

Gerd Dudek (ts, ss), Manfred Schoof (trp), Paul Heller (ts), Martin Sasse (p), Martin Gjakonovski (b), Hendrik Smock (dr)

Jazz

Konzertsaal
Beginn 18:00

24 €/16 € erm. Vorverkauf Bitte beachten: im Vorverkauf können je nach Anbieter Gebühren anfallen.

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