Konzert

Killing Popes © Rüdiger Kusserow

Killing Popes „Ego Pills“ - Record Release Konzert

Mastermind Oliver Steidle an den Drums und verantwortlich für die Kompositionen, stellt seine neue Band Killing Popes vor.
Der Neue deutsche Jazzpreis-Gewinner von 2008 und 2010 ist vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Der Rote Bereich, Peter Brötzmann, Philm, SoKo Steidle oder Klima Kalima bekannt, seit Jahren international unterwegs und laut Presse, einer der führenden Köpfe der sich ständig weiter entwickelnden, jungen Berliner Avantgarde. Die Liste der Musiker, mit welchen er zusammen gearbeitet hat, ließe sich endlos fortsetzten: Louis Sclavis, Tomasz Stanko, Aki Takase, Alexander von Schlippenbach, Sean Bergin, Tristan Honsinger, Trevor Dunn, Andrea Parkins etc. Diese Band ist sein Versuchsfeld für die Entwicklung neuer rhythmischer Ideen und die Möglichkeit, Musikstile miteinander zu verweben, die ihn in seiner Jugend geprägt haben: HipHop, Punk, Grindcore. Musikstile, die zudem einen stark gesellschaftskritischen Charakter besitzen, wie der Jazz in seinen besten Jahren. Dies als stilistische Grundlage bieten die Kompositionen Alles, was den Jazz heute ausmacht: Rhythmisch komplex, catchy Melodien und Platz für Improvisationen.

Der Wahl-Berliner Frank Möbus ist seit Jahren eine Instanz der internationalen Jazz-Szene. Seine Zusammenarbeit mit Carlos Bica und Jim Black, Daniel Erdmann und vor allem sein eigenes Projekt Der Rote Bereich, weisen ihn als uniquen, eigenständigen Künstler aus. Als Sideman bei den Killing Popes trifft er auf seinen langjährigen Wegbegleiter und drummer des Roten Bereichs Oli Steidle.

Dan Nicholls ebenfalls aus London, wohnt derzeit in Berlin und ist vor allem mit Squarepusher unterwegs. Seine vielbeachtete Band The Stobes bereitet gerade die zweite Veröffentlichung vor. Er spielte u.a. mit Andrew D’Angelo, Andrea Parkins, Axel Dörner u.v.a.

Phil Donkin am Bass, lebte viele Jahre in New York und spielte mit allem was Rang und Namen hat. Er ist einer der gefragtesten Sideman Europa’s und darüber hinaus Leader und Komponist seiner eigenen Projekte.

Philipp Gropper ist einer der herausragendsten Saxophonisten der jungen, internationalen Szene, hat einen unverkennbaren Sound und mit seinen Bands PHILM, Hyperactive Kid und Tau einen uniquen, einzigartigen Kompositionsstil geprägt.

Killing Popes: Ego Pills
Weil Oliver Steidle von der Rockmusik kommt, fühlt er sich zu Kollegen wie Jim Black oder Joey Baron hingezogen, ohne John Bonham je aus dem Hinterkopf zu verlieren. Viele seiner Bands haben keinen typischen Jazzcharakter: Der Rote Bereich, Klima Kalima, Philip Gropper’s Philm, Soko Steidle … Er spielt auch mit Peter Brötzmann, Trevor Dunn oder Alexander von Schlippenbach. Er hat unbändigen Spaß an Grooves und krummen Beats. Was geht hier ab?, fragt man sich, wenn die Beine zu zucken beginnen. Höchste Zeit also, eine Band zu formieren, deren Musik vom Schlagzeug her konzipiert ist mit haarfein ausnotierten Beats und total verrückten Rhythmen, in denen kleine Melodien Halt geben. Höchste Zeit für die Killing Popes. Das Schlagzeug hat ungeheures Entwicklungspotenzial. Elektronische Musik, Ambient, Heavy Metal, HipHop, Grindcore, Techno, Punk, Ernste Musik … In rasanten Kreuz- und Querverbindungen sucht Steidle nach einem neuen Dynamiklevel auf der Höhe der Zeit. Es geht um mehr als um Hörerüberrumpelung. Es geht um subtilste Verschränkungen und harsche Schmeicheleinheiten, um immer neue Absprünge in ein Neuland, das so noch nicht kartografiert wurde. Dort haben die Killing Popes ihren Ort. Päpste bedeuten Autorität, die schon im Bandnamen hinweggefegt wird. Killing steht aber auch für entwaffnend gut. Der Bandname ist mehrdeutig und provozierend wie die Musik. Schüttelt man die Buchstaben durch, entsteht Ego Pills, wie die endlich erste CD der jedes Ghettodenken überwindenden Band heißt. Mit den britischen Keyboardern Kit Downes und Dan Nicholls und ihrem Landsmann Phil Donkin am E-Bass, dem verblüffenden Gitarrenprofessor Frank Möbus und dem markanten Saxofonisten Philip Gropper fand Steidle seine Idealbesetzung.
Mit ihnen setzt er punktgenau und brodelnd um, was er vor vier Jahren mit Petter Eldh als Vision zu formulieren begann. Die Instrumentenwahl war wichtig für diesen Sound. Ein Pingpong der Ideen hört man, das Punk sein könnte, wäre es nicht so wahnwitzig genau gespielt. Doch diese Musiker sind auch grandiose Improvisatoren. Es geht darum, unter die Oberfläche zu kommen, feine Details und gegenläufige Takte zu vitalisieren und auszuleuchten.
Komm doch mit!, ruft diese Musik. Sie groovt, und man durchschaut nicht, warum das so ist. Die Gedanken hasten und treffen sich, dann kommt ein kinderliedartiger Song um die Ecke, dann geht es wieder woanders hin. Die Emotionen werden mitreißend gesteigert in einem kollektiven Vorgang. In Zeiten globaler Verfügbarkeit von allem verändern sich die Hörgewohnheiten. Alles ist in Höchstgeschwindigkeit zugänglich. Daraus folgt dieses Suchen in immer neuen Schubladen, das zulässt, was von Interesse ist, und dabei sein Ich nicht verliert.
Das Immergleiche einzelner Stile galt gestern. Diese Band formuliert einen Ausweg, dafür muss man sie feiern. Gregor Schiegl von der Süddeutschen Zeitung hörte „Melodien, die sie in den Raum werfen, um sie zielsicher abzuballern wie Tontauben“, Stefan Pieper „ein Dauerfeuer in Sachen humorvoller Brechung“. Ein vorläufiges Fazit zog Nic Jones im New Yorker All about Jazz: „The Killing Popes are an outstanding example about what is Jazz today!”
„Freiheit ist eine riesengroße Form von Verantwortung“, sagt Oliver Steidle. In seiner mittleren Generation begegnet die Erfahrung unzähliger Konzerte einer vital gebliebenen Neugier. Diese Gier nach Neuem lässt sie in einer zappend zappelnden Gegenwart größere Felder umgraben. Dort dann nicht simpel zu adaptieren, sondern zwischen den Szenen zu navigieren, ist die große Kunst der Killing Popes. Es geht um gelebtes Leben in einer Gegenwart der Klicks und Links, um autobiografische Punkte, an denen sich die Richtung änderte. Es geht um alles oder nichts.

Ulrich Steinmetzger

Diese Veranstaltung gehört zu unserer Aboreihe Jazz and Beyond TWO
Weitere Veranstaltungen des Abos:

19.April 2019 - Konzertsaal - Beginn 20:00
Lucia Cadotsch "Speak Low"

28.Mai 2019 - Konzertsaal - Beginn 20:00
Angelika Niescier Trio

Abo Tickets gibt es über die Freie Volksbühne e.V. sowieo unter dem Link VVK Festival-/Kombitickets.

So, 24.03.2019
Konzert

Oliver Steidle (dr, comp), Frank Möbus (git), Dan Nicholls (kb), Philipp Gropper (ts), Phil Donkin (ba)

Jazz, HipHop, Punk, Grindcore.

Konzertsaal
Beginn 18:00

18 €/12 € Vorverkauf Bitte beachten: im Vorverkauf können je nach Anbieter Gebühren anfallen. 18 €/12 € Abendkasse

Tickets bestellen ticket i/O Festival-/Kombitickets

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